Gottes Vergessene Kinder [hot]
Gott vergisst nicht. Aber er hat seine Erinnerungsarbeit an uns delegiert. Die Frage ist nicht, ob Gott seine Kinder vergisst. Die Frage ist, ob wir es tun. „Gottes vergessene Kinder“ ist ein schmerzhafter, aber notwendiger Begriff. Er klagt Gott nicht direkt an, sondern er klagt die Menschheit an, die im Namen Gottes (oder ohne Gott) die Schwächsten fallen lässt. Wer sich heute dazu entschließt, dieses Unrecht nicht länger zu ignorieren, wird zum Instrument der göttlichen Erinnerung. In diesem Akt der Zuwendung hört das Kind auf, vergessen zu sein – und erfährt vielleicht zum ersten Mal, dass es schon immer einen Vater im Himmel hatte, der weint, während es weint.
Von unserer Redaktion
Unterstützen Sie eine Organisation vor Ort. Werden Sie Pate. Oder starten Sie klein: Lächeln Sie das unsichtbare Kind auf der Straße an. Denn im Angesicht eines vergessenen Kindes begegnen wir dem Antlitz dessen, der am Kreuz rief: „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ – und genau dort, in dieser tiefsten Verlassenheit, begann die Erlösung. Sie möchten mehr erfahren? Besuchen Sie unsere Partner-Seite für Projekte, die sich speziell „Gottes vergessenen Kindern“ in Afrika, Asien und Lateinamerika widmen. Gottes Vergessene Kinder
„Gottes vergessene Kinder“ ist keine objektive Beschreibung eines göttlichen Versagens, sondern eine existenzielle Klage. Es sind die Menschen, die sich selbst als vergessen fühlen. Es sind die Opfer von Kriegen, Missbrauch und extremer Armut, in deren Gebeten der Himmel wie aus Eisen scheint. Der Begriff bezeichnet keine ontologische Wahrheit, sondern einen emotionalen und sozialen Ausnahmezustand. Wenn wir den Begriff in die moderne Realität übersetzen, lassen sich vier Hauptgruppen identifizieren, die weltweit als „Gottes vergessene Kinder“ gelten: a) Die unsichtbaren Kinder der Slums Von den Müllkippen Kambodschas über die Favelas Brasiliens bis zu den Elendsvierteln Mumbais leben Millionen Kinder ohne Geburtsurkunde. Sie sind nicht im System registriert. Für den Staat existieren sie nicht – und oft scheint es, als habe sie auch der Himmel vergessen. Sie kämpfen um Essensreste, haben keinen Zugang zu Bildung und sterben an vermeidbaren Krankheiten. b) Kindersoldaten und vergessene Konflikte In Regionen wie dem östlichen Kongo, der Zentralafrikanischen Republik oder Teilen der Sahelzone werden Kinder von Milizen rekrutiert. Die internationale Gemeinschaft spricht von „vergessenen Konflikten“ – und genau dort leben Gottes vergessene Kinder. Ihnen wird die Kindheit gestohlen. Sie werden zu Mördern und Opfern zugleich. Wenn sie entkommen, sind sie traumatisiert, verstoßen und finden keinen Platz in der Gesellschaft zurück. c) Die Kinder der Schande (Kastenlose & Illegitime) In vielen traditionalen Gesellschaften (etwa in Teilen Indiens, Pakistans oder Afrikas) gibt es Kinder, die aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder einer Behinderung als verflucht gelten. Sie wachsen auf als „Kinder eines geringeren Gottes“. In Indien sind es oft die Dalit-Kinder, im subsaharischen Afrika die sogenannten „Hexenkinder“ – Kinder, die der Hexerei bezichtigt und aus ihren Dörfern vertrieben werden. d) Die vergessenen Seelen der Institutionen Auch im reichen Westen gibt es die vergessenen Kinder: die unbetreuten Heimkinder in osteuropäischen Staaten, die vernachlässigten Kinder suchtkranker Eltern in den USA oder die Jugendlichen, die nach ihrer Zeit im Pflegesystem auf der Straße landen. Ihre Gebete scheinen in leer stehenden Wohnungen und anonymen Behördenfluren zu verhallen. 3. Die Psychologie des Vergessenseins Was passiert im Inneren eines Kindes, das sich von Gott vergessen fühlt? Die Entwicklungspsychologie zeigt, dass die Gottesvorstellung eines Kindes stark von seinen primären Bezugspersonen (Eltern) geprägt ist. Erlebt ein Kind Verrat, Gewalt oder Vernachlässigung durch die Eltern, überträgt es dieses Urvertrauensdefizit oft auf das Göttliche. Gott vergisst nicht